29. November 2021
In jüngster Zeit beobachtet unsere Jugendarbeit vermehrt, dass Jugendliche Drogen konsumieren. Um dieser Entwicklung frühzeitig entgegenzuwirken, baut die Gemeinde die Jugendarbeit temporär aus. Ziel ist nicht nur, den Betroffenen zu helfen, sondern auch, jüngere Kinder zu schützen und einen sicheren Betrieb des Jugendtreffpunkts (Jugi) zu gewährleisten.

Jugendliche probieren sich aus und überschreiten dabei auch Grenzen. Im Umgang mit berauschenden Substanzen beobachtet die Jugendarbeit in Russikon allerdings eine Zuspitzung dieses Verhaltens. Neben Alkohol, Cannabis und Zigaretten probieren Jugendliche vermehrt auch weitere Substanzen. Der Gemeinderat hält diesen Trend für besorgniserregend, weil manche der Substanzen Abhängigkeiten und Gesundheitsschäden verursachen können. 

Aufgrund dieser Dynamik musste der Jugi-Betrieb vorübergehend eingestellt werden. Es war für eine einzelne Jugendarbeiterin unmöglich, an diesem gut frequentierten Treffpunkt sowohl die Hausregeln als auch die Corona-Massnahmen durchzusetzen. Da die mit der Jugendarbeit betraute MOJUGA Stiftung für Kinder- und Jugendförderung die Gemeinde frühzeitig über den Trend informierte, konnte der Gemeinderat schnell handeln.

Jugi-Betrieb sicherstellen

Vor allem im Hinblick auf die bevorstehende kältere Jahreszeit, steht die Wiederaufnahme des Jugi-Betriebs im Fokus. Für eine gesunde Entwicklung brauchen Jugendliche Orte ausserhalb ihres Elternhauses, wo sie unter sich sein und ihre gemeinsame Zeit selbst gestalten können. Der Gemeinderat hat deshalb be­schlossen, die Jugendarbeit vorübergehend zu verstärken. Ab Dezember 2021 bis im April 2022 wird die Jugendarbeiterin Nicole König durch den Jugendarbeiter Oliver Schmid unterstützt.

Jugendliche, die keine Substanzen konsumieren, können sich dadurch ab der ersten Dezemberwoche freitags wieder im suchtmittelfreien Jugi treffen und mit den Jugendarbeitenden über ihre Anliegen spre­chen. Das Jugi wird dabei mindestens vorerst wechselweise für einzelne Klassenstufen geöffnet sein. Zu­sätzlich bietet die Jugendarbeit zweimal monatlich am Samstag die «Offene Turnhalle» an und somit eine weitere Begegnungsmöglichkeit, die Jugendliche nach eigenem Wunsch gestalten und nutzen können. Eltern können bei beiden Angeboten darauf vertrauen, dass sich ihre Kinder in einer sicheren Umgebung aufhalten. Auch mit den Betroffenen steht die Jugendarbeit im Kontakt. Dabei setzt sie nicht nur auf Information rund um einen sicheren Konsum, sondern bietet auch Begleitung zu einer Suchtberatungsstelle an.

Beliebte Treffpunkte aufsuchen

Um dazu beizutragen, dass sich die aktuelle Dynamik in Zukunft möglichst nicht wiederholt, fokussiert die Jugendarbeit darauf, vertrauensvolle Beziehungen schon zu jüngeren Jugendlichen aufzubauen, die eine sichere Begleitung durch die Jugendzeit ermöglichen. Gleichzeitig werden die Jugendarbeitenden regelmässig an jenen Orten auf dem Gemeindegebiet präsent sein, an denen sich ältere Jugendliche gerne aufhalten. So treten sie auch mit jenen Jugendlichen in Kontakt, die den Treff nicht besuchen und sind in der Lage, ungünstige Entwicklungen weiterhin früh zu erkennen.

Weitere Massnahmen

Als ergänzende Massnahme wird die Kommunalpolizei Region Pfäffikon vermehrt Kontrollen bei neuralgischen Punkten durchführen. Sollte sich die Situation an öffentlichen Plätzen mit Sachbeschädigungen und Lärm vor und während der Nachtruhe nicht bessern, werden weitere Schritte wie Arealverbote für Schulanlagen etc. geprüft. Auch eine aktivere elterliche Fürsorge für die betreffenden Jugendlichen würde zu einer besseren Situation beitragen.

Informationen und Kontakt

Details zu den Öffnungszeiten und Terminen der Offenen Halle sowie weitere Informationen finden Sie unter jugendarbeit-russikon.ch. Bei Fragen wenden Sie sich an die Regionale Jugendbeauftragte der MOJUGA, Alexandra Matulla, 079 941 34 32. Ebenfalls können Sie sich an Barbara Schmid, Sozialvorste­herin, 079 518 27 13, wenden.

GEMEINDERAT RUSSIKON